Stand und Perspektiven der Telemedizin

Der Telemedizin, d. h. der medizinischen Versorgung von Patient/innen aus der Distanz unter Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), wird seit etlichen Jahren erhebliches Potenzial unterstellt: Die Einhaltung von Therapie und Nachsorge könnte besser überwacht, Betroffene besser informiert und aktiver in die Behandlung eingebunden, sowie Wartezeiten reduziert und Hospitalisierungen vermindert werden. Zudem ergibt sich die Möglichkeit fachliche Expertisen zeitlich und räumlich umfassender bereitzustellen oder medizinische Fachkräfte und Einrichtungen enger und auch intersektoral miteinander zu vernetzen. Aufgrund dieser unterstellten Potenziale wird, aus gesundheitspolitischer Sicht, mit telemedizinischen Anwendungen auch die Hoffnung verknüpft, den unterschiedlichen strukturellen Herausforderungen des nationalen Gesundheitssystems begegnen zu können, bspw. die Aufrechterhaltung einer hochwertigen medizinischen Versorgung in bevölkerungsarmen bzw. strukturschwachen Regionen. Unterschiedliche Monitoringberichte und Innovationsanalysen zeigen jedoch, dass telemedizinische Anwendungen nur langsam Eingang in die medizinische Versorgung finden. Dies deutet darauf hin, dass technische, normative, personelle, organisatorische oder soziale Barrieren die Technologiediffusion begrenzen oder aber die Potenziale der Telemedizin möglicherweise überschätzt werden.

Der Fokus des Projektes liegt auf telemedizinischen Ansätzen zum einen in der medizinischen Versorgung von Patient/innen und zum anderen in den fachlichen und administrativen Beziehungen zwischen beteiligten medizinischen Fachkräften und Einrichtungen.

Die Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung zu diesem Themenspektrum wurden im TAB-Sensor Nr. 4 "Wie bewerten Bürger/innen die Telemedizin?" veröffentlich. Diese Publikation stellt eine Ergänzung der gegenwärtig in Arbeit befindlichen Untersuchung des TAB zum Thema „Stand und Perspektiven der Telemedizin“ dar.